Weibsbriefe – 3

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LiebesWeiblogo2Ernsbach, den 19. Juli 2016

 

 

 

 

 

    

                  
                               ich kann ja diese „5 Schritte für ein glückliches Leben“-, oder „7 Schritte für deinen Erfolg“- oder „3 Schritte für ein sechsstelliges Jahresgehalt“-Tipps überhaupt nicht leiden. Weiß jemand eigentlich weshalb sie in 99 Prozent der Fälle immer ungerade sind? Ganz selten gibt es mal 10 Schritte, aber ich befürchte, dass das den Meisten schon zu viel ist. Wer will schon 10 Schritte gehen, um etwas zu erreichen?

Wie auch immer, man soll ja seinen Horizont erweitern und seine Komfortzone verlassen. Deshalb bekommt ihr in diesem Brief auch mal ein Schritte-Programm. Sagen wir mal, wir starten mit drei. Drei Schritte sind doch superleicht umsetzbar.

Also heute im Weibsbrief: 3 Schritte, wie Du die weibliche Qualität des Dienens in Deinem Leben lebendig machst.

 

1.Vergiss Selbstverwirklichung.

 

Autsch. Ich weiß. Selbstverwirklichung ist das neue, moderne Trendwort für jede Frau. Ohne Selbstverwirklichung können wir ja niemals die sein, die wir wirklich sind. Ehrlich?
Bei der Selbstverwirklichung geht es in erster Linie um uns Selbst. Um MEINE Wünsche, MEINE Bedürfnisse, MEINE Talente und wie ICH mein Leben leben will. Prima. Es geht um mich. Und das steht nun mal dem Dienen im Weg. Da geht es nämlich um den anderen. Ums DU.

Ja, Du kannst jetzt gerne das Dienen sofort aus deiner Prioritätenliste streichen und dich weiter selbstverwirklichen. Aber Du musst auch wissen, dass in der Selbstverwirklichung eine weitere Bedeutung liegt – und das wird leider oft nicht wirklich kommuniziert. „Die möglichst umfassende Ausschöpfung der individuell gegebenen Möglichkeiten und Talente“.

Tja und es ist nun mal ein weibliches Talent, dass wir andere etwas wichtiger nehmen als uns selbst. Hey, sonst könnten wir nie Kinder bekommen. Denn was ist wichtiger, wenn das Baby nachts Hunger hat? Das Bedürfnis des Kindes zu stillen oder dein Schlaf? Ist doch keine Frage für eine Mama, und das nennt man Dienen. Und das können wir Frauen, das ist eines unsere Talente. Also wenn schon Selbstverwirklichung, dann bitte schöpfe deine weiblichen Möglichkeiten und Talente aus.

 

2. Stell die Bedürfnisse der Menschen um dich herum immer höher als Deine.

 

Ja, denn das ist ja der Kern um den es beim Dienen geht. Laut Definition im Duden bedeutet Dienen:

           sich einer Sache oder Person freiwillig unterordnen und für sie wirken;
          für jemanden, etwas eintreten

          nützlich, vorteilhaft sein; für etwas bestimmt sein

          jemandem behilflich sein, helfen

          gebraucht, benutzt, verwendet werden;
          einen bestimmten Zweck haben oder erfüllen

Jetzt mal ernsthaft. Klingt das nicht wundervoll? Ich weiß, es gibt mindestens zwei Trigger-Wörter: „Unterordnen“ und „benutzt“ – und wahrscheinlich empörst Du dich so über diese zwei Worte, dass Du die anderen schon gar nicht mehr wahrnimmst. Aber wollen wir nicht wirksam sein? Ist es nicht erstrebenswert, für jemanden einzutreten, nützlich zu sein? Für meine Kinder oder meinen Partner oder meine Freude. Ihnen zu helfen? Und geht es bei der ganzen Selbstverwirklichung nicht darum, herauszufinden „für was wir bestimmt sind“?

Ich meine, 3-Schritte-Programm hin oder her. Ich sage nicht, dass es immer leicht ist. Ja, als Mama haben wir noch den besten Zugang dazu. Im Idealfall schließen wir unseren Mann mit ein.

Ich versuche zumindest mein Bestes, meinem Mann zu dienen. Meinen Teil dazu beizutragen, dass er sich selbst verwirklichen kann, mein Möglichstes zu tun, dass er sein Glück findet.

Es liegt in den Kleinigkeiten. Spaghetti zu kochen anstatt Makkaroni, weil er sie lieber mag. Eine Kriegsdoku mit ihm anzuschauen anstatt auf die romantische Liebeskomödie zu bestehen. Immer wieder mit Interesse zuhören, wie die Effektgeräte für die Gitarre auf dem Board neu verkabelt sind…(O.k. letzteres ist manchmal keine Kleinigkeit.....)

In all diesen Kleinigkeiten können wir üben. Und glaub mir, Du wirst wunderbare Erfahrungen machen. Aber dafür erstmal der nächste Schritt:

 

3. Hör auf zu denken, dass Du zu kurz kommst.


Diese Art zu Denken ist meist die Ursache unserer Weigerung, zu dienen. Allein die Frage „wo bleib‘ denn dann ich“ – ist geprägt von Survival – die grundlegende Überlebensangst, die wir Menschen – wie übrigens alle Säugetiere in uns haben. Dieser Suvirval ist, was unseren Alltag prägt. Angst vor der Zukunft, Angst vor finanzieller Not, Angst nicht versorgt zu werden, Angst nicht geliebt zu werden, Angst zu kurz zu kommen und zu Ende gedacht: Die Angst nicht zu überleben. Die gute Nachricht ist: Du wirst ganz sicher nicht überleben. Wir werden sterben, wir wissen nur nicht, wann und wie.
Und was uns Menschen von anderen Säugetieren unterscheidet, ist dass wir ein Bewusstsein haben. Wir können entscheiden: Survival oder Vertrauen?

Tatsache ist, es gibt ein universelles Gesetz, an das ich nicht nur glaube, sondern dass ich erfahren habe: Du bekommst immer, was Du gibst. Nicht immer sofort und ganz sicher nicht linear gesehen, aber im Großen und Ganzen erzeugt Liebe Liebe. Und Dienen Dienen. Also wenn Du dienst, dann wird dir gedient. Geh‘ aber nicht in die Falle, das Dienen als egoistisches Werkzeug zu benutzen. Ich sage dir nur: Du kommst nicht zu kurz.

Dienen ist eine bewusste Entscheidung und Handlung, die sehr viel Stärke, Würde und Größe erfordert. Wir haben von einer dienenden Frau dieses Bild der kleinen, grauen Maus, die sich alles gefallen lässt. Darum geht es nicht. Das ist neurotisches Angepasst sein und kein Dienen.

Während meiner Ausbildung habe ich mal den Satz gehört (Ich finde die Quelle leider nicht mehr)…“Für einen Mann ist es die Lebensaufgabe, zu lernen, was es bedeutet zu Dienen…“

Die einzige Chance, wie er das wirklich lernen kann,  ist, wenn wir Frauen es ihm vorleben.

Ja, ich weiß, ich habe leicht reden, denn ich bin gesegnet mit einem Mann an meiner Seite, der wissbegierig, ist zu lernen, was es heißt, zu dienen. Der mir dient. Tja, nun ist die Frage: Was war zuerst da, das Huhn oder das Ei?

Liebes Weib, Tatsache ist, die Welt braucht Menschen, die dienen. Und wir haben schon aus rein biologischer Funktion leichter Zugang zu diesem Talent. Also lasst uns würdevoll und stark dieser Welt dienen. Am besten fang‘ klein damit an. Mit Deinen Kindern, Deinem Mann, Deinen Arbeitskollegen, Deinen Freunden. Lass dich ausnutzen, benutzen, sei hilfreich, wirksam, nützlich und erfülle Deinen Zweck.

Dienen ist wie eine Tankstelle für Würde und Größe. Es lässt uns wachsen und erblühen, weil wir tun, was gebraucht ist.

Ich wünsche Dir diese Erfahrung von Herzen.

In Liebe

Dee

 

 

 

P.S. Bis nächste Woche. Dann wird es um das spannende Thema Selbstaufgabe gehen.

 

 

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